Lokale Infrastruktur für Paketannahme

OpenParcelBox

OpenParcelBox macht aus vorhandenen Paketkästen, Schränken und Boxen offene, paketdienstneutrale Annahmestationen: lokal steuerbar, reparierbar und erweiterbar.

Cloud optional Home Assistant optional Paketdienstneutral
Projektstatus: OpenParcelBox ist in der frühen Planungs- und Spezifikationsphase. Es gibt noch keine produktionsreife Hardware, Firmware oder Sicherheitsgarantien.

Warum es das gibt

DHL hat den Paketkasten beendet und ihn dabei unfreiwillig geöffnet.

Der DHL-Paketkasten hatte von Anfang an ein Grundproblem: Er war ein Paketkasten für DHL. Erst das Ende des geschlossenen Zugriffssystems zeigte, was er immer hätte sein müssen: eine offene Paketbox für alle Zusteller.

01Retrofit zuerst
02Offene Schlossprofile
03Optionale Cloud

Mission

Aus einzelnen Paketkästen kann offene Infrastruktur werden.

OpenParcelBox soll nicht nur private Paketkästen nachrüstbar machen. Langfristig kann daraus auch eine Grundlage für Bürgerboxen, Hausgemeinschaften, Quartiere, Dörfer, Wohnanlagen, Vereine, kleine Gewerbegebiete und Kommunen entstehen, in denen es zu wenige Paketstationen oder keine passende Paket-Infrastruktur gibt.

Open Source für alle

Für Orte, die sonst durchs Raster fallen.

Planung, Fertigung, Montage, Wartung, Hosting und Betreiberlösungen dürfen wirtschaftlich tragfähig sein. Die Grundlage soll trotzdem offen bleiben: lokal nutzbar, reparierbar, nachbaubar und ohne neue geschlossene Abhängigkeit.

März 2025 Der Auslöser

Projektursprung

Die offizielle Lösung war ein Zahlenschloss. Das sagt ziemlich viel.

Als DHL ankündigte, ältere elektronische DHL-Paketkästen ab dem 15. Mai 2025 nicht mehr elektronisch durch Zusteller öffnen zu lassen, wurden tausende vorhandene Kästen nicht plötzlich zu Schrott. Die Hardware war noch da. Der Platz war noch da. Der Nutzen war noch da. Was wegfiel, war die geschlossene Zugriffslösung.

DHLs pragmatischer Vorschlag: Den Paketkasten zum normalen Ablageort umbauen, ein Zahlenschloss oder einen Riegel montieren und die Kombination in den Ablageort-Informationen hinterlegen.

DHL hat dafür sogar ein kurzes How-to-Video veröffentlicht: Umbau des DHL Paketkasten zu Ablageort.

Der unbeabsichtigte Nebeneffekt

Damit wurde aus einem ehemals DHL-exklusiven System plötzlich ein Behälter, den grundsätzlich jeder Paketdienst nutzen kann. Nicht, weil das System besser wurde, sondern weil die proprietäre Hürde verschwunden ist.

Der eigentliche Punkt

Ein Zahlencode im Ablagehinweis ist keine Plattform. Ein Paketdienst braucht nicht die Kontrolle über den ganzen Kasten, sondern ein begrenztes Recht für eine konkrete Zustellung.

Lokal zuerst

Das Gerät muss seine Grundfunktion ohne Internet, Cloud-Dienste oder Home Assistant behalten.

Paketdienstneutral

Paketdienst-Integrationen sollen optionale Plugins sein, keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.

Einfach nachrüstbar

Vorhandene Paketkästen, Schränke, Boxen und Garagenlösungen sollen weiter nutzbar bleiben statt durch geschlossene Produkte ersetzt zu werden.

Nächster Meilenstein

Milestone 1 / Version 1 Beta

DHL-Umrüst-Beta

Ein lokal laufendes ESP-basiertes Umrüstsystem für einen vorhandenen DHL-Paketkasten: 4 Haushalte, PIN und NFC, Wiegand-Keypad, Zusteller-PINs, lokales Protokoll, MQTT, Grundlage für eine lokale API und OTA-Updates.

Für Hersteller und Anbieter

Open Source und kommerzielle Produkte schließen sich nicht aus.

Paketdienste, Briefkastenhersteller, Schlosshersteller, Smart-Home-Anbieter, Retrofit-Anbieter und Dienstleister dürfen OpenParcelBox aufgreifen, weiterentwickeln und daraus eigene Produkte machen. Traut euch.

Wer ein Produkt als OpenParcelBox-kompatibel oder als offizielle Variante anbieten möchte, muss die relevanten Unterlagen offenlegen und im Projekt zur Prüfung bereitstellen. Offizielle Versionen gehören ins Git-Repository: dokumentiert, nachvollziehbar und für die Community überprüfbar.

Produkte dürfen erst dann offiziell als OpenParcelBox, als offizielle Variante oder als offiziell kompatibel vertrieben werden, wenn die Lizenz- und Prüfbedingungen erfüllt und schriftlich freigegeben sind.

Hersteller müssen die rechtliche, technische und normative Konformität für jedes Zielland selbst nachweisen. Offizielle Kompatibilität heißt nicht „funktioniert irgendwie“, sondern offen dokumentiert, prüfbar, reparierbar, interoperabel und im Vertriebsland rechtlich sauber.

Offene UnterlagenSchaltpläne, Schnittstellen, Pinouts, Protokolle, Montagedaten und Firmware-Änderungen müssen prüfbar sein.
Proudly MadeEin späteres Siegel wie „Proudly Made for OpenParcelBox“ gibt es nur nach Freigabe und nur, wenn die OpenParcelBox-relevante Grundlage offen prüfbar ist.
Reparierbare TeileErsatzteile sollen verfügbar, nachbaubar oder selbst herstellbar sein, zum Beispiel über Standardteile, Spezifikationen oder 3D-Druckdaten.
Keine neue SackgasseEin Kasten darf nicht wieder unbrauchbar werden, weil ein Anbieter verschwindet, eine Cloud endet oder ein Ersatzteil fehlt.
Fair Geld verdienenMit Hardware, Fertigung, Support, Montage, Service, Cloud-Komfort und Integration, nicht mit Lock-in.

Ökosystem-Bausteine

Keine einzelne Box. Ein Satz offener Bausteine.

Zugriffsablauf

Ein Öffnungsrecht. Viele Wege.

OpenParcelBox modelliert Zugriff als Öffnungsrecht. Daraus kann ein PIN, QR-Code, signierter Token, App-Befehl oder später eine Paketdienst-Freigabe werden.

01Erstellen

Eine begrenzte Einlegeberechtigung erzeugen.

02Ausgeben

Als PIN, QR-Code oder Token bereitstellen.

03Prüfen

Lokal prüfen, auch offline.

04Protokollieren

Ereignis erfassen, ohne rohe Geheimnisse zu speichern.

Europäisch gedacht

Europäische Grundlage, praktisch umgesetzt.

CEN/TS 17457:2020 ist für OpenParcelBox die zentrale europäische Orientierung für digitale Öffnungs- und Schließsysteme bei der Paketannahme zu Hause. Wir richten das Modell daran aus, behaupten aber keine fertige Normkonformität und kopieren keine geschützten Normtexte.

Optionale Integrationen

Smart Home ist willkommen, aber nie Voraussetzung.

MQTT, Home Assistant, HomeMatic, Matter, Webhooks, LoRa/LoRaWAN und Cloud-Dienste sind Integrationspfade, keine Voraussetzung für lokalen Betrieb.

Community

Mitmachen

Das Projekt sammelt gerade Anforderungen, Recherche, Architekturentscheidungen und reale Nachrüstszenarien. Nutze GitHub Discussions für offene Fragen und Issues für konkrete Aufgaben.