Lokal zuerst
Das Gerät muss seine Grundfunktion ohne Internet, Cloud-Dienste oder Home Assistant behalten.
Lokale Infrastruktur für Paketannahme
OpenParcelBox macht aus vorhandenen Paketkästen, Schränken und Boxen offene, paketdienstneutrale Annahmestationen: lokal steuerbar, reparierbar und erweiterbar.
Warum es das gibt
Der DHL-Paketkasten hatte von Anfang an ein Grundproblem: Er war ein Paketkasten für DHL. Erst das Ende des geschlossenen Zugriffssystems zeigte, was er immer hätte sein müssen: eine offene Paketbox für alle Zusteller.
Mission
OpenParcelBox soll nicht nur private Paketkästen nachrüstbar machen. Langfristig kann daraus auch eine Grundlage für Bürgerboxen, Hausgemeinschaften, Quartiere, Dörfer, Wohnanlagen, Vereine, kleine Gewerbegebiete und Kommunen entstehen, in denen es zu wenige Paketstationen oder keine passende Paket-Infrastruktur gibt.
Open Source für alle
Planung, Fertigung, Montage, Wartung, Hosting und Betreiberlösungen dürfen wirtschaftlich tragfähig sein. Die Grundlage soll trotzdem offen bleiben: lokal nutzbar, reparierbar, nachbaubar und ohne neue geschlossene Abhängigkeit.
Projektursprung
Als DHL ankündigte, ältere elektronische DHL-Paketkästen ab dem 15. Mai 2025 nicht mehr elektronisch durch Zusteller öffnen zu lassen, wurden tausende vorhandene Kästen nicht plötzlich zu Schrott. Die Hardware war noch da. Der Platz war noch da. Der Nutzen war noch da. Was wegfiel, war die geschlossene Zugriffslösung.
DHLs pragmatischer Vorschlag: Den Paketkasten zum normalen Ablageort umbauen, ein Zahlenschloss oder einen Riegel montieren und die Kombination in den Ablageort-Informationen hinterlegen.
DHL hat dafür sogar ein kurzes How-to-Video veröffentlicht: Umbau des DHL Paketkasten zu Ablageort.
Damit wurde aus einem ehemals DHL-exklusiven System plötzlich ein Behälter, den grundsätzlich jeder Paketdienst nutzen kann. Nicht, weil das System besser wurde, sondern weil die proprietäre Hürde verschwunden ist.
Ein Zahlencode im Ablagehinweis ist keine Plattform. Ein Paketdienst braucht nicht die Kontrolle über den ganzen Kasten, sondern ein begrenztes Recht für eine konkrete Zustellung.
Das Gerät muss seine Grundfunktion ohne Internet, Cloud-Dienste oder Home Assistant behalten.
Paketdienst-Integrationen sollen optionale Plugins sein, keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter.
Vorhandene Paketkästen, Schränke, Boxen und Garagenlösungen sollen weiter nutzbar bleiben statt durch geschlossene Produkte ersetzt zu werden.
Nächster Meilenstein
Ein lokal laufendes ESP-basiertes Umrüstsystem für einen vorhandenen DHL-Paketkasten: 4 Haushalte, PIN und NFC, Wiegand-Keypad, Zusteller-PINs, lokales Protokoll, MQTT, Grundlage für eine lokale API und OTA-Updates.
Für Hersteller und Anbieter
Paketdienste, Briefkastenhersteller, Schlosshersteller, Smart-Home-Anbieter, Retrofit-Anbieter und Dienstleister dürfen OpenParcelBox aufgreifen, weiterentwickeln und daraus eigene Produkte machen. Traut euch.
Wer ein Produkt als OpenParcelBox-kompatibel oder als offizielle Variante anbieten möchte, muss die relevanten Unterlagen offenlegen und im Projekt zur Prüfung bereitstellen. Offizielle Versionen gehören ins Git-Repository: dokumentiert, nachvollziehbar und für die Community überprüfbar.
Produkte dürfen erst dann offiziell als OpenParcelBox, als offizielle Variante oder als offiziell kompatibel vertrieben werden, wenn die Lizenz- und Prüfbedingungen erfüllt und schriftlich freigegeben sind.
Hersteller müssen die rechtliche, technische und normative Konformität für jedes Zielland selbst nachweisen. Offizielle Kompatibilität heißt nicht „funktioniert irgendwie“, sondern offen dokumentiert, prüfbar, reparierbar, interoperabel und im Vertriebsland rechtlich sauber.
Ökosystem-Bausteine
Hardware- und Backplane-Konzept für Strom, Ports, Sensoren, Schlösser und Erweiterungen.
Offenes Schlossmodul und Schnittstellenprofil für Paketkästen und Nachrüstlösungen.
Lokales Berechtigungsmodell für Zustellung, Entnahme und spätere Paketdienst-Integrationen.
Optionale Adapterebene für zukünftige Paketdienst-Abläufe und dynamische Zugangscodes.
Zugriffsablauf
OpenParcelBox modelliert Zugriff als Öffnungsrecht. Daraus kann ein PIN, QR-Code, signierter Token, App-Befehl oder später eine Paketdienst-Freigabe werden.
Eine begrenzte Einlegeberechtigung erzeugen.
Als PIN, QR-Code oder Token bereitstellen.
Lokal prüfen, auch offline.
Ereignis erfassen, ohne rohe Geheimnisse zu speichern.
Europäisch gedacht
CEN/TS 17457:2020 ist für OpenParcelBox die zentrale europäische Orientierung für digitale Öffnungs- und Schließsysteme bei der Paketannahme zu Hause. Wir richten das Modell daran aus, behaupten aber keine fertige Normkonformität und kopieren keine geschützten Normtexte.
Optionale Integrationen
MQTT, Home Assistant, HomeMatic, Matter, Webhooks, LoRa/LoRaWAN und Cloud-Dienste sind Integrationspfade, keine Voraussetzung für lokalen Betrieb.
Community
Das Projekt sammelt gerade Anforderungen, Recherche, Architekturentscheidungen und reale Nachrüstszenarien. Nutze GitHub Discussions für offene Fragen und Issues für konkrete Aufgaben.